Dreyfuss, Emanuel

Zur Person
NachnameDreyfuss
VornameEmanuel
Weitere geführte Namen
Geboren1805 (Januar) in Rixheim/Elsass
Gestorben16.11.1886 in Sulzburg (Grab 402)
ElternAbraham Dreyfuss und Brendel/EstherMeyer
Verheiratet mit1. Bella/Babette Meyer (~1808-1859)
2. Hannchen Weil (~1818-1887)
KinderBrendel (1830-1843), Abraham Hirsch (1835-1914), Knabe (1838), Mädchen (1839), Knabe (1840), Knabe (1841), Joseph Wolf (1843-1847), Knabe (1845), Knabe (1846), Caroline (1851-unb.)
Wohnort(e) heute: Hauptstraße 64
Beruf
Rabbiner
Funktion
Weitere Informationen

Emanuel Dreyfuss stammte aus dem elsässischen Rixheim und zog nach seiner Ernennung zum oberbadischen Bezirksrabbiner 1832 nach Sulzburg. Hier übte er sein Amt bis zu seinem Tod über einen Zeitraum von 54 Jahren aus, von der traditionellen Landgemeinde wegen seiner Frömmigkeit hoch geachtet. Zu seiner Beerdigung kamen elf Rabbiner aus der näheren und weiteren Umgebung und sprachen voller Anerkennung von seinem Lebenswerk.

Nach seinem Tod fürchteten einige Sulzburger Juden, dass die religiöse Erziehung der Jugend leiden könne, wenn kein Rabbiner mit der Tatkraft und dem Ehrfurcht gebietenden Vorbild eines Emanuel Dreyfuss mehr unter ihnen lebte. Der liberalen Freiburger Gemeinde mit ihren vielen Neuerungen standen sie ablehnend gegenüber und wollten dem Rabbinat Freiburg daher nicht angeschlossen werden. Sie hofften, gemeinsam mit Müllheim und weiteren jüdischen Gemeinden einen eigenen Rabbiner installieren zu können. Dieser Versuch scheiterte, weil viele der wohlhabenderen jüdischen Familien Sulzburg verlassen hatten und daher nicht genug Geld für die Besoldung vorhanden war. Damit ging 1886 die für die Sulzburger Judenschaft so bedeutende Zeit als Rabbinatssitz nach 160 Jahren mit dem Tod von Emanuel Dreyfuss zuende.

Dreyfuss wohnte mit seiner Familie vermutlich zunächst in der Gustav Weil Straße über der jüdischen Schule, später Gemeindehaus, und zumindest in seinen letzten Lebensjahren im Haus Hauptstraße Nr. 64, das seinem Sohn Hirsch Abraham Dreyfuss gehörte.

Mit dem Namen Dreyfuss spielt die französische Geschichte in den kleinen Ort Sulzburg hinein: Ein Großneffe des Rabbiners war der Hauptmann Alfred Dreyfus, der 1894 in Paris fälschlich wegen Hochverrats und Spionage für Deutschland verurteilt und verbannt wurde. Erst 1906 wurde er vollständig rehabilitiert, nachdem Emile Zola und andere sich in heftigen Auseinandersetzungen mit Antisemiten für ihn eingesetzt hatten.

Datenquelle
StAF,I (L10); StAS, Stb; StAL,I; BG,N; AJ,I
Quellenverzeichnis

Letzte Änderung: 18. November 2014