Der „Wolljude“

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Der Laden vom "Wolljuden" war im mittleren, hellen Haus mit der gestuften Giebelwand, im Stadtplan Nr. 13.
 

Aus den Erinnerungen von Sulzburgern (2003/2004) an die jüdischen Geschäfte ihrer Jugendzeit:

... im heutigen „Blauen Haus“ war das Geschäft vom „Wullejüdele“, einem kleinen, dürren, wendigen Mann namens Bloch.... Dort gab es auch Süßigkeiten; vor allem an den leckeren Waffelbruch erinnert sich Frau S. .....

Frau L. erinnert sich:......gegenüber, im heutigen „Blauen Haus“ hatte die Fam. Bloch ein Geschäft, in dem sie als Mädchen für den Vater oft für einen Fünfer Zigaretten holte. Dort gab es auch eine Art Automaten mit Bonbons. Frau Bloch war klein und dick, ihr Mann nur klein; sie hatten drei Jungen angenommen. Wenn Herr Bloch abends von seiner Verkaufstour – zu Fuß Richtung Grießheim – zurückkam, hatte er manchmal nichts oder nur wenig verkauft.......   Die drei Buben waren tüchtig in der Schule, einer durfte eine Klasse überspringen. (Frau L. meint, daß alle Juden-Kinder gescheiter waren als die christlichen Mitschüler.)..... Eines Tages sei „´s Blöchle“ (einer der angenommenen Söhne) zu ihrem Vater gekommen und habe gesagt: „Wir kriegen ein Radio; da könnt ihr auch mithören, wenn wir einen Draht über die Straße zu Euch oben ans Fenster ziehen“

10. Nov. 38: ...Vor dem jüdischen Laden im heutigen „Blauen Haus“ entdeckte H. auf dem Schulweg unter all den Dingen, die auf die Straße geworfen worden waren, auch viele kleine Gewichte, die er auflas und in die Hosentasche steckte. Mittags zeigte er der Mutter seinen Schatz. Entsetzt schickte ihn die Mutter zu dem Laden zurück, und er mußte schweren Herzens alles wieder auf die Straße legen....