Die Familie von Moses Bloch

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Ergänzungen zum Stammbaum sind derzeit noch in Bearbeitung.

Ein Foto aus vergangenen Zeiten, drei Generationen im Garten von Moses und Lina Bloch in Sulzburg ca. 1931:

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Unsere Website wird auch in entfernt gelegenen Ländern gelesen, häufig von Nachkommen ehemaliger Sulzburger Juden. So erreichte uns im November 2015 ein Schreiben einer Urenkelin von Moses Bloch, Donna M. Levinsohn, aus den Vereinigten Staaten. Sie schickte uns viele Fotos und Dokumente und schrieb über ihre Familie. Dies ist ein großer und unerwarteter Schatz für das Erinnern an jüdisches Leben in Sulzburg und gleichzeitig direkte Konfrontation mit dem schrecklichen Geschehen der nationalsozialistischen Vernichtung.

Wir lesen in einem der Briefe (hier aus dem Englischen übersetzt):

Von den Menschen auf dem Gruppenfoto meiner Familie starben im Holocaust: Joseph und Toni, Rosa, Gustav, Martha und Moses Bloch;-- Sepp, Toni, Rosa und Martha in Auschwitz 1942, Gustav in Fort IX in Kaunas 1944, Moses im Lager Noé 1941. Lina [meine Urgroßmutter] überlebte 4 Jahre in den Lagern, sie starb 1944 in Paris…. Meine Großmutter Dora starb 1947…. Es blieb ihr keine Zeit, sich vom Verlust der meisten ihrer Familienmitglieder zu erholen, sagte mir meine Mutter… Mir wurde von meiner Mutter beigebracht, dass es vor allem wichtig ist, meine verlorene Familie - und deren verlorene Welt – zu ehren, indem ich so viel wie möglich über sie kennen lerne, und dass ich sie niemals vergessen darf, sondern dieses Wissen und Gedenken weitergeben muss….

Moses Bloch stammte aus Sulzburg, seine Frau Pauline / Lina, geb. Rothschild, aus Rust. Das Ehepaar hatte sieben Kinder. Sie wohnten in der Hauptstraße 70 und teilten den Hof mit ihren Nachbarn in der Hauptstraße 72, den jüdischen Familien Henri und Alfons Weil. Moses war von Beruf Viehhändler. Sein Sohn Gustav wurde ein angesehener Zahnarzt in Sulzburg, dessen Praxis in den ersten Berufsjahren im Elternhaus war, später in Bahnhofsnähe.

Familien-Fotos aus den Sulzburger Jahren:

fam-bloch-gustav-max-bernhard-1898

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linkes Foto: (v. l.) Gustav, Max und Bernhard, 1998; rechtes Foto: (v.l.) Gustav, Max u. Bernhard, dahinter Joseph, ca. 1902.

fam-bloch-rosa-dora-bernhard-gustav-joseph-max

linkes Foto: (v.l.) Rosa und Dora (Datum unbekannt); rechtes Foto: (v.l.) Bernhard, Gustav, Joseph, Max.

fam-bloch-moses-lina-martha-toni-hinter-dem-haus-zw-1920er-oder1930er

Im Garten hinter dem Haus in d. 20er od. 30er Jahren: Moses u. Lina, Martha und Toni (v. l.).

fam-bloch-moses-lina-gustav-bernhard-u.a.

Auf der Bank vor Moses´ Haus, ca. 1916: (v.l.) Freundin?, Nachbarin?, Bernhard in Uniform, Lina, Nachbarkind?, Gustav, Nachbarkind?, Nachbarin?, Nachbarkind?, Moses.

Die Familie nach 1930:

Das Ehepaar Bloch bekam im Dezember 1933 einen Pass und wollte wohl nach Frankreich fliehen, was ihnen offenbar nicht gelang.

Die Tochter Rosa war Kinderpflegerin. Sie hatte zeitweise in Freiburg gelebt und war Ende 1938 von Wyk auf Föhr nach Sulzburg zurückgekommen, ging aber Ende September 1940 nach Saig im Hochschwarzwald.

Der Sohn Josef lebte 1933 noch in Sulzburg. Er versuchte vergeblich, mit seiner Familie in die Schweiz zu fliehen.

Der Sohn Gustav, der in Sulzburg anerkannte Zahnarzt, war auch Leiter des hiesigen gemischten Chors „Frohsinn“. Er wurde 1933 aus Sulzburg vertrieben, verprügelt und misshandelt.

Die Kinder Bernhard, Max und Dora überlebten. Max besuchte Sulzburg nach 1945
als Offizier der amerikanischen Armee.

Personen

Personen, welche mit dieser Familie in Verbindung stehen:

Wohnungen

Gebäude, in denen Angehörige dieser Familie wohnten:

Datenquelle:
Donna M. Levinsohn - Quellenverzeichnis

Letzte Änderung: 13. Dezember 2016